| Vom Geben und Nehmen | |
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Seit Urzeiten ist es ein Verlangen des Menschen Besitz anzuhäufen. Sei es Nahrungsmittel oder Werkzeug, Geld oder Kleidung, der Besitz eines Menschen signalisiert Status und Handlungsfreiheit. Schon früh hat der Mensch redundaten Besitz gegen etwas schönes oder notwendiges weggetauscht - und erfand somit das Konzept des Handels. Mit der Einführung eines Zahlungsmittels, also Geld, wurde ein Zwischenwert geboren und konnten Preise festgelegt werden, eine Ziege war nun nicht mehr drei Hühner wert, sondern drei Goldstücke und jene konnten dann wieder für Hühner ausgegeben werden. Dabei entstanden Angebot und Nachfrage, der Wert eines bestimmten Gegenstandes im Verhältniss zu dessen Nutzen oder Seltenheit. Mit der Zeit entwickelte sich das Tauschgeschäft weiter: Zunächst zum Nutzen des Einzelnen gedacht, wurde er bald zum zentralen Aspekt der Wirtschaft - und damit auch der Politik. Ein erfolgreicher Händler stieg im sozialen Rang auf, erlang Macht und konnte politischen Einfluss ausüben. Die Macht des Kapitals wurde eine Voraussetzung um politisch aktiv zu werden, im antiken Rom wie in der USA heute war und ist die Zahlungsfähigkeit Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Wahlkampf. Man mag argumentieren, der Handel sei die Grundlage des Kapitalismus und damit ein Eckpfeiler unserer Zivilisation, tatsächlich ist er jedoch auch ein wichtiger Faktor für die historische Entwicklung: Man denke nur an die Hansestädte, die teilweise heute noch - Jahrhunderte nach ihrem Zusammenschluss zu einer Förderation - ihren Namen tragen. Mag man den Handel als zivilisatorische Grundlage oder als Ursprung allen Übels sehen, sein Einfluss auf die moderne Welt ist nicht zu leugnen. | |
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